Das ist ein öffentliches Bedürfnis

Graz ist schön und Graz ist sicher, Graz ist universitär und Graz ist automobil. Argumente, die die Stadt besonders zu einem begehrten Investitions- und Spekulationsort machen. Der aktuell boomende Wohnungsbau wird großteils von monetären und weniger von sozialen oder ökologischen Kräften vorangetrieben. Der Druck auf das Urbane steigt, die Interessen der Öffentlichkeit bzw. der Teilöffentlichkeiten werden zurückgedrängt und die Frage, wem Grund und Boden gehört, wird zum zentralen Faktor.

Club Hybrid

Club Hybrid ist ein offener Demonstrativbau in Graz, der im Frühling 2021 ein Ort des Experimentierens, des Aus- und Darstellens und des Diskurses sein wird. Im Rahmen täglicher Veranstaltungen machen wissenschaftliche, künstlerische und aktivistische Formate diverse Lebens- und Wohnformen sichtbar und diskutieren Aspekte zu urbaner Teilhabe, Stadtplanung und Marktlogiken. Unter Einbeziehung der Nachbarschaften werden in Ausstellungen, Workshops und Gastbeiträgen, Möglichkeiten zur Gestaltung und Eroberung von Lebensraum erörtert und gelebt.

Alles unter einem Dach

Club Hybrid ist eine aktive Intervention: Während der Spielzeit hinterfragt der Club die bestehenden Verhältnisse der gegenwärtigen Planungspolitik und erforscht bzw. diskutiert Möglichkeiten, wie die derzeitigen Beschränkungen des Raumes gedehnt und uminterpretiert werden können – eine urbane und angewandte Praxis des (schönen) Lebens und Produzierens.

temporär? temporär? permanent!

Club Hybrid wächst von temporär zu permanent: anstatt einer kurzlebigen Struktur, die nach Ende der Spielzeit wieder gänzlich rückgebaut werden müsste und damit Ressourcen verschwendet, wird der benutzbare Rohbau, der mit einem Minimum an verlorenen Mitteln und einem Maximum an urbanen Spielräumen entstanden ist, in ein permanentes Stadtobjekt transformiert. Aus dem Experimentieren mit alternativen Wohn-, Arbeits- und Lebensformen entsteht ein hybrider Demonstrativbau, der unter Einbindung der künftigen BenutzerInnen entwickelt wird.

Projektverfasser: Heidi Pretterhofer und Michael Rieper

Im Rahmen von Graz Kulturjahr 2020