Club Hybrid ist ein offener Demonstrativbau, der im Sommer 2021 ein Ort des Experimentierens, des Aus- und Darstellens und des Diskurses sein wird. Mit wechselnden Gästen und täglichen Programmpunkten ist der Club Hybrid für zwei Monate Werkstatt und Bühne in einer urbanen „Nebelzone“. Wissenschaftliche, künstlerische und aktivistische Formate proben neue Arbeits- und Lebenspraktiken und diskutieren Aspekte der urbanen Teilhabe, Stadtentwicklung und Hybridität.

Club Hybrid ist eine aktive Intervention: Während der Spielzeit hinterfragt er die bestehenden Verhältnisse der gegenwärtigen Planungspolitik und erforscht bzw. diskutiert Möglichkeiten, wie die derzeitigen Beschränkungen des Raumes gedehnt und uminterpretiert werden können – eine urbane und angewandte Praxis des (schönen) Lebens und Produzierens.

Anstatt einer kurzlebigen Struktur, die nach Ende der Spielzeit rückgebaut wird, ist der Club Hybrid als benutzbarer Rohbau angelegt, der zu einem permanenten Stadtobjekt weiterentwickelt werden soll. Das Antizipieren künftiger Nutzungen, in einer Balance von Offenheit und Verbindlichkeit ist Teil des Konzepts und wird mit Interessierten seit Projektstart in realen und virtuellen Treffen debattiert und entwickelt.


Urbane Nebelzone

Wenn eine Stadt für Überraschungen gut ist, dann ist sie urban.
(Wolfgang Kiel)

Im Grazer Süden, der “Nebelzone” der Stadt, spielen Infrastrukturthemen eine zentrale Rolle, Ver- und Entsorgungseinrichtungen wie Schrottplatz, Mühlgang und Zentralfriedhof sind in unmittelbarer Nähe, gleichzeitig ist das Gebiet bestens an den öffentlichen Verkehr durch die Straßenbahnlinie 5 angeschlossen. Wohnen, Arbeiten, Lernen, Sporteln, Beten und Basteln schließen hier einander nicht aus.

Die ehemalige Gärtnerei am Gelände der Herrgottwiesgasse 155 – 161 liegt im Bezirk Gries, der Baustoffhandel auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich bereits im Bezirk Puntigam. Der Nachbar im Westen ist das Islamische Kulturzentrum Graz. Dieser „unbeachtete Flecken“ des Grazer Stadtraums, ein dezentrales, heterogenes Mischgebiet ist der passende Ort, um an urbanen Notwendigkeiten und Möglichkeiten zu arbeiten. Hier konstruiert der Club Hybrid einen Ort, der täglich mit öffentlichen Bedürfnissen und städtischen Notwendigkeiten arbeitet und Fragen der Arbeit bzw. dem Leben in der Stadt und zur Stadtplanung nachgeht.


Demonstrativbau

„Die Architektur, die wir bauen ist ein Hybrid, ein Zwischending, etwas Vermischtes.“
(Heidi Pretterhofer und Michael Rieper)

Wir bauen einen großen Tisch, der Maßstab ist maßlos. Der Tisch bietet Schutz und spendet Schatten für viele Sommeraktivitäten und eine Kantine. Auf dem Tisch steht ein schlichtes Holzobjekt, nutzungsoffen und mit sehr spezifischen räumlichen Qualitäten. Diese Architektur ist ein Modell, das die Fähigkeit hat, sich im Lauf der Zeit zu verändern, zu erweitern oder umzuziehen, den Ort zu wechseln. Ein Rohbau, der den Prozess der Architektur, des urbanen Kontextes und des öffentlichen Bedürfnisses demonstriert.

Die Spielwiese des Clubs ist rund 4.000m² groß, mehr als 200m² davon sind witterungsgeschützt. 36 Stahlstützen tragen eine hybride Plattform aus Stahl und Holz, auf der ein halbes, zweigeschossiges Holzhaus mit 110m² Nutzfläche steht.

>Gäste des Club Hybrid

Club Hybrid
Herrgottwiesgasse 161
8055 Graz

Premiere: 10. Juni 2021
Residencies und Programm: 11. Juni – 15. August 2021

Konzept und Idee: Heidi Pretterhofer und Michael Rieper

Im Rahmen von Graz Kulturjahr 2020