Club Hybrid ist ein offener Demons­trativbau in Graz, der im Frühjahr 2021 ein Ort des Experimentierens, des Aus- und Darstellens und des Diskurses ist. Club Hybrid schafft „temporäre“ Räume für eine urbane Praxis des Lebens und Produzierens. Es entsteht ein benutzbarer ROHBAU mit einem Minimum an verlorenen Mitteln und einem Maximum an urbanen Spielräumen, der nach 2021 zu einem „permanenten“ STADT­OBJEKT weitergebaut werden soll.

Öffentliche Begehung

Club Hybrid Trailer

Aktuelles

Urbane Nebelzone

Im Grazer Süden, der “Nebelzone” der Stadt, spielen Infrastrukturthemen eine zentrale Rolle, Ver- und Entsorgungseinrichtungen wie Schrottplatz, Mühlgang und Zentralfriedhof sind in unmittelbarer Nähe, gleichzeitig ist das Gebiet bestens an den öffentlichen Verkehr durch die Straßenbahnlinie 5 angeschlossen. Wohnen, Arbeiten, Lernen, Sporteln, Beten und Basteln schließen hier einander nicht aus.


Hier konstruiert der Club Hybrid einen Demonstrativbau mit Werkstätten, Ausstellungsflächen, Werkskantine und Beherbergungsmöglichkeit. Vor Ort wird täglich mit öffentlichen Bedürfnissen und städtischen Notwendigkeiten gearbeitet. Im Labor entstehen Tests und Modelle zu den Fragen der Arbeit bzw. dem Leben in der Stadt und zur Stadtplanung.

Die ehemalige Gärtnerei in der Herrgottwiesgasse 157 liegt im Bezirk Gries, der Baustoffhandel auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich bereits im Bezirk Puntigam. Der Nachbar im Westen ist das Islamische Kulturzentrum Graz. Dieser “unbeachtete Flecken” des Grazer Stadtraums, ein dezentrales, heterogenes Mischgebiet ist der passende Ort, um an urbanen Notwendigkeiten und Möglichkeiten zu arbeiten.

Wenn eine Stadt für Überraschungen gut ist, dann ist sie urban.
Wolfgang Kiel

Spaziergang


Bei schönstem Sonnenschein machte sich das Team des Club Hybrids auf den Weg seine Nachbarschaft zu erkunden. Startpunkt war das Grundstück des Club Hybrids in der Herrgottwiesgasse 155/157. Von dort ging es vorbei an den direkten Nachbarn dem Baustoffhandel Zengerer, dem Autoteilhändler Derendinger und dem Islamischen Kulturzentrum Graz. Weiter durch eine Ansammlung von Industrie-, Büro- und Lagergebäuden zum Mühlbachufer, dass sich hinter dem Grün verlassener Schrebergarten versteckt, eröffnete sich der Blick auf die Türme des Kraftwerks der Energie Steiermark AG. Entlang der geruchsintensiven, sowie lautstarken Puchstraße reihen sich die verschiedensten Gebäudetypologien ­­− vom neuem Supermarkt bis zum altem Gasthaus, vom Wohnblock bis zum Einfamilienhaus, vom Bürokomplex bis zum Museum und von Lagerplätzen bis zum umgenutzten Kioskhäuschen. Am neuen Innovationspark zwischen Baustelle der Holding Graz und Farbenfachgeschäft trafen wir auf einen Zirkus mit Vergnügungspark und die Gleise der alten Schleppbahn, die nach unserer Recherche immer noch in Betrieb der Holding Graz ist. Bei kurzer Verschnaufpause im Cafe Black Box mit schönem Blick auf das neue Murufer und die Seifenfabrik wehte immer wieder eine neue Duftprise des Abfall- und Recyclinghofs der Holding Graz hinüber. Erholt und gestärkt spazieren wir weiter durch den Süden der Herrgottwiesgasse vorbei an Gartenzäunen, Kuriositäten und Poollandschaften. Leider machte am späten Nachmittag das Grazer Wetter uns einen Strich durch die Rechnung und weitere Erkundungen impraktikabel.

Rückblick: Öffentliche Begehung am 25. Juni 2020

Auch wenn es vorab nicht oder nur wenig regnete, Punkt 18:00 spielte das Bläserquartett der Graz Linien auf und die Regentropfen fielen vom Himmel. Die folgenden 90 Minuten waren ein mehr oder weniger feucht fröhliches Ereignis mit etwas Abstand unter mehreren Regen- bzw. Sonnenschirmen, die von den hilfsbereiten Nachbarn zur Verfügung gestellt wurden. Also hat fast alles gepasst. Johannes Leitich zeichnete am Vortag erfolgreich das Abstandskonzept von Beatrice Bucher und den Umriss des Club Hybrid auf die Wiese. Zehn Ernteleitern wurden so positioniert, dass das Areal gut überschaubar war. Der Club Hybrid Schriftzug wurde zentral positioniert. Ein ambitioniertes Setting, inklusive Setzung eines „Club Hybrid 2020“ Grundsteins. 


Heidi Pretterhofer und Michael Rieper begrüßten die Gäste, FreundInnen und Mitwirkenden zur öffentlichen Begehung im Regen und erzählten über die ehrgeizigen Ziele und programmatischen Schwerpunkte des Clubs. Stadtrat Günter Riegler berichtete, auf einer Ernteleiter stehend, spontan über die Potentiale der verschiedensten Projekte im Rahmen von Kulturstadt Graz 2020. Auch Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Graz Holding, nahm an der gemeinsamen Besichtigung teil. Als der Regen weniger wurde stieg Milan Mijalkovic auf eine Ernteleiter und rezitierte „Kultur war Propaganda„.
Damit die Veranstaltung nicht in Vergessenheit gerät, überflog Ralo Mayer den Umriss des Club Hybrid und das Liniennetz vor, während und nach dem Regen. Eine weitere öffentliche Begehung ohne Regen wird im Sommer, inklusive Ernteleitern und Freunden, nachgeholt.

Vielen Dank an alle UnterstützerInnen, Mitwirkende und BesucherInnen, die den Niederschlägen getrotzt haben.