Club Hybrid ist ein offener Demons­trativbau in Graz, der im Frühjahr 2021 ein Ort des Experimentierens, des Aus- und Darstellens und des Diskurses ist. Club Hybrid schafft „temporäre“ Räume für eine urbane Praxis des Lebens und Produzierens. Es entsteht ein benutzbarer ROHBAU mit einem Minimum an verlorenen Mitteln und einem Maximum an urbanen Spielräumen, der nach 2021 zu einem „permanenten“ STADT­OBJEKT weitergebaut werden soll.

Öffentliche Begehung

Club Hybrid Trailer

Aktuelles

Rückblick: Öffentliche Begehung am 25. Juni 2020

Auch wenn es vorab nicht oder nur wenig regnete, Punkt 18:00 spielte das Bläserquartett der Graz Linien auf und die Regentropfen fielen vom Himmel. Die folgenden 90 Minuten waren ein mehr oder weniger feucht fröhliches Ereignis mit etwas Abstand unter mehreren Regen- bzw. Sonnenschirmen, die von den hilfsbereiten Nachbarn zur Verfügung gestellt wurden. Also hat fast alles gepasst. Johannes Leitich zeichnete am Vortag erfolgreich das Abstandskonzept von Beatrice Bucher und den Umriss des Club Hybrid auf die Wiese. Zehn Ernteleitern wurden so positioniert, dass das Areal gut überschaubar war. Der Club Hybrid Schriftzug wurde zentral positioniert. Ein ambitioniertes Setting, inklusive Setzung eines „Club Hybrid 2020“ Grundsteins. 


Heidi Pretterhofer und Michael Rieper begrüßten die Gäste, FreundInnen und Mitwirkenden zur öffentlichen Begehung im Regen und erzählten über die ehrgeizigen Ziele und programmatischen Schwerpunkte des Clubs. Stadtrat Günter Riegler berichtete, auf einer Ernteleiter stehend, spontan über die Potentiale der verschiedensten Projekte im Rahmen von Kulturstadt Graz 2020. Auch Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Graz Holding, nahm an der gemeinsamen Besichtigung teil. Als der Regen weniger wurde stieg Milan Mijalkovic auf eine Ernteleiter und rezitierte „Kultur war Propaganda„.
Damit die Veranstaltung nicht in Vergessenheit gerät, überflog Ralo Mayer den Umriss des Club Hybrid und das Liniennetz vor, während und nach dem Regen. Eine weitere öffentliche Begehung ohne Regen wird im Sommer, inklusive Ernteleitern und Freunden, nachgeholt.

Vielen Dank an alle UnterstützerInnen, Mitwirkende und BesucherInnen, die den Niederschlägen getrotzt haben.


Paradigma »Hybrid« – eine Collage

RUDOLF KOHOUTEK

„Versetzen, Einfügen, Einwachsen – das sind die Umschreibungen der Aufpfropfung als einer Agrartechnik, mit der seit der Antike im Obst- und Weinbau Pflanzen veredelt werden. Dabei ist die Aufpfropfung nicht nur ein Verfahren, um (…) Pflanzen zu hybridisieren und damit eine quantitative und qualitative Steigerung der Erträge zu erreichen, sondern das Pfropfen hatte auch immer schon einen spielerischen, einen experimentellen Charakter – und tritt somit als eine Form biologischer bricolage in Erscheinung.“ [1]

„Zugleich bringt die Kulturtechnik des Pfropfens einen Begriff der Schnittstelle ins Spiel, der ein weites Feld kulturwissenschaftlicher und medientechnischer Implikationen eröffnet. Die Schnittstelle steht (…) für die Notwendigkeit, ein ‚Dazwischen‘ (Debray) zu organisieren.“ [2]

„Dieses Dazwischen, so Debray, ähnelt dem, was Bruno Latour ,Hybride‘ nennt, also Mediationen, die sowohl technischer als auch sozialer und kultureller Natur sind. Um mit derartigen Kreuzungen und Vermischungen umzugehen, sind wir sehr schlecht ausgestattet. Mit anderen Worten, es besteht Nachholbedarf: Gefragt ist eine Typologie von Hybridisierungsformen im Spannungsfeld von Vermischung und Vermittlung.“ [3]


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Einladung zur öffentlichen Begehung

Donnerstag 25. Juni 2020, 18:00, Herrgottwiesgasse 155/157, 8020 Graz, Straßenbahnlinie 5, Haltestelle Lauzilgasse

Auch wenn jetzt schon alles fertig sein sollte und die Zukunft uns etwas unbeschreiblich erscheint, wir verweisen auf den Demonstrativbau, der in einem Jahr sichtbar wird und seine Zukunftsszenarien. Dabei helfen Ernteleitern, um die Ausmaße zu bestimmen bzw. den Überblick zu wahren. Gemeinsam erkunden wir das Areal in der Herrgottwiesgasse 155/157 und besprechen die Konzepte der zukünftigen Nutzungen. Die Platzmarkierungen veranschaulichen die Grenzen und verweisen auf den notwendigen persönlichen Sicherheitsabstand von zumindest zwei Metern. 

Wir spielen die Eröffnung, die 2020 nicht stattfindet.

Wir spielen distanzierte Kollektivität.

Wir spielen nicht zu Hause zu sein.

Wir spielen Öffentlichkeit.

Wir spielen mit Milan Mijalkovic und dem Bläserensemble der Graz Linien.