Diskussion durch Aktion und Mut zur Nachhaltigkeit – Rückblick auf den Club-Abend #16

„Nachbarn auf Zeit“, Berlin Hansaplatz © Folke Köbberling
„Nachbarn auf Zeit“, Berlin Hansaplatz © Folke Köbberling

Architektonische und künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum – haben sie noch politische und gesellschaftliche Bedeutung wie vor 20 Jahren, als dazu die große Aufbruchsstimmung herrschte? Oder ist es mittlerweile eher Mittel zum Zweck, temporäre Behübschung, gut fürs Stadtmarketing? Solche Verschiebungen vermutet jedenfalls Markus Bogensberger als Beobachter, Akteur und auch Fan solcher Projekte, aber auch andere Beteiligte des gutbesuchten Club-Abend #16. Ganz entgegen diesem Trend soll die Übertragbarkeit dessen, was im und mit dem Club Hybrid probiert wird, ein wesentliches Moment sein. Die zentrale Idee der Transformation vom temporären in ein permanentes Stadtobjekt ist jedoch noch immer das größte Fragezeichen. Um das zu schaffen müsste auch die Politik Mut zeigen.

Der Club Hybrid jedenfalls, und auch seine Gäste sind bereit für mehr Mut und Nachhaltigkeit. Das Kollektiv AKT zum Beispiel, das theoretische Überlegungen und Untersuchungen durch die Tätigkeit des Bauens und die Aktion sicht- und erfahrbar macht. Im Fall des Club Hybrid reflektiert es seine beiden Rollen als Gast und zugleich Gastgeber und wird das in Material und Raum übersetzen. Wir sind gespannt. Auch auf Folke Köbberlings Beitrag. Sie bringt ihre Forschungsthemen rund um die Neuaufladung von vorhandenem und auch bereits benutztem Material sowie dessen Einsatz abseits oberflächlicher Upcycling-Trends mit nach Graz. Für den Club Hybrid wird sie Schafwolle als Baustoff verarbeiten und sich so in den urbanen Kontext einmischen.

Einladung zum Club-Abend #16

Dienstag, 23. März 2021, 20:00
Club-Abend #16, online

Zu Gast: AKT, Markus Bogensberger und Folke Köbberling

Bauen anders gedacht. Als künstlerische Intervention, als Experiment im Sinne von Nachhaltigkeit und einer gelebten Baukultur, als gemeinsamer Akt. Bauen jenseits von ökonomischen Zwängen und Marktlogiken. Das ist das Spannungsfeld, in dem sich der Club-Abend #16 bewegt.

Mit der Künstlerin Folke Köbberling und dem Kollektiv AKT haben wir zwei Positionen eines solchen experimentellen Zugangs zu Gast. Beide werden im Sommer in Form einer Residency auch im Club Hybrid Hand anlegen und bauen.

Außerdem begleitet uns Markus Bogensberger durch den Abend. Als Kurator und Architekt war er lange Zeit selbst an der Schnittstelle Kunst und Architektur aktiv. Bis 2019 leitete er das HDA Graz, jetzt ist er Baukulturkoordinator des Landes Steiermark.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!
Das Club Hybrid-Team

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Das Treffen findet bei jedem Wetter statt …
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Dreimal Entwicklung bitte sehr – Rückblick auf den Club-Abend #15

Eyslergasse Puntigam © Club Hybrid
Eyslergasse © Club Hybrid

Die Gäste des Club-Abend #15 kommen aus sehr unterschiedlichen Backgrounds, gemein ist ihnen ein idealistisches Engagement in Bezug auf die Aneignung und fortlaufende Entwicklung eines Ortes. Die Lage in der urbanen Nebelzone des Grazer Südens, wo Gewerbe, Industrie, Wohnen, Verkehr mitunter aufeinanderprallen, bringt dabei ihre speziellen Bedingungen mit sich. Den Herausforderungen stellt man sich aber lustvoll und mit Ideen.

Während der Investor Christian Kossegg mit familiärer Unterstützung seit 10 Jahren das etwa 3ha große Tagger-Areal samt historischer Industrieanlage entwickelt und mittlerweile an rund 60 Bestandnehmende, von Künstlerinnenateliersv bis Start Ups bis Sportanlagen vermietet, betreibt Fikret Fazlic mit dem Islamischen Kulturzentrum Graz einen Ort des offenen religiösen und sozialen Miteinanders. Auch hier ist mit dem Bau der Moschee nach einem Entwurf von Gerhard Springer die Entwicklung des Areals noch lange nicht abgeschlossen. Und schließlich Helmuth Scheuch, der seinen Bezirk wie die berühmte Westentasche kennt. Eines seiner großen Themen ist der Verkehr, sein Fokus der Rad- und Gehwegausbau und der öffentliche Verkehr. Die durchlässige Ruhe der Herrgottwiesgasse soll nach seinen Plänen übrigens erhalten bleiben.

Einladung

Dienstag, 9. März 2021, 20:00
Club-Abend #15, online


Zu Gast: Fikret Fazlic (Islamischen Kulturzentrum Graz), Christian Kossegg (Taggerwerk) und Helmuth Scheuch.


Wir holen noch einmal aus zur Viertelerkundung, diesmal auch in der direkten Nachbarschaft: Zu Gast im Club-Abend #15 ist Fikret Fazlic, der Imam der Moschee des Islamischen Kulturzentrum Graz. Außerdem dabei, Christian Kossegg, der mit dem Erwerb und der Entwicklung des Taggerwerk ein riesiges Areal der Gegend für unterschiedliche Nutzungen erschlossen hat. Und nachdem der Club Hybrid zwar in Gries liegt, aber quasi vor der Haustüre Puntigam beginnt, freuen wir uns auch auf Helmuth Scheuch, den Vorsteher des 17. Grazer Stadtbezirks.


Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!
Das Club Hybrid-Team

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Von Schwebezuständen und Grätschen – Rückblick auf den Club-Abend #14

studio magic

Wenn sich aus Freundschaften berufliche Partnerschaften entwickeln, ist das meist mehr als eine reine Zweckgemeinschaft. Die zwischenmenschliche Dynamik kann enorm beflügeln und führt zu entsprechend kreativem Output. Das Theater im Bahnhof und studio magic, die Gäste des Club-Abend #14, kennen diese glücklichen Schwebezustände des gemeinsamen Austauschs und Abhebens im Kollektiv.

Arbeiten im Kollektiv bedeutet aber auch permanentes Verhandeln und Grätschen zwischen sich wandelnden Karrieren, den Interessen Einzelner und der Gruppe, zwischen prekären Situationen und dem Gemeinsamen auch als soziales Netz.

Es gab spannende Einblicke: Ins Theater im Bahnhof einerseits, mit seiner 30-jährigen Geschichte, das mit einem Grundeinkommen für seine Mitglieder soziale Sicherheit geschaffen hat. Und andererseits, das im Vergleich recht junge Architekturkollektiv, das, mitten im Produzieren zwar, noch auf der Suche ist nach dem gesellschaftlichen Überbau, der seiner Arbeitsweise entspricht.

Beim Club Hybrid ist der Ort der Ausgangspunkt für die Idee des kollektiven Tuns. Für Malte Höfner, der zum Thema des Teilens in Bezug auf den städtischen Raum forscht, ein spannender Zugang, vor allem in dieser speziellen Gegend von Graz. Uns allen gemein ist, nicht nur das Konsumieren, sondern das Agieren- und Gestalten-Wollen im urbanen Raum, auch abseits gestreamter Innenstädte.

Einladung

Dienstag, 23. Februar 2021, 20:00
Club-Abend #14, online


Zu Gast: Malte Höfner, Thomas Kain und Patricia Wess (studio magic), Monika Klengel (Theater im Bahnhof)


Der Club Hybrid als Genossenschaft oder Verein, die Ideen dazu zirkulieren weiterhin im Denkraum unseres nutzungsoffenen Experiments. Wir setzen das Nachdenken über Formen des Zusammenarbeitens fort. Was sind gute Modelle für das Arbeiten im Kollektiv? Was ist der gemeinsame Nenner und das gesellschaftliche Dach? Das kollaborative Produzieren? Ein Raum zum Teilen oder ein geteilter Raum? Welche sozialen und wirtschaftlichen Implikation sind am Start?

Fragen wie diese diskutieren wir im Club-Abend #14 mit Malte Höfner, Geograf und Raumforscher, Monika Klengel vom Theater im Bahnhof sowie Patricia Wess und Thomas Kain vom Architekturkollektiv studio magic.


Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!
Das Club Hybrid-Team

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Der verarschte Bezirk – Rückblick auf den Club-Abend #13

Martin Behr und Martin Osterider, Triester

Der „verarschteste Bezirk in Graz“ sei Gries, so brachte es Tristan Ammerer im Club-Abend #13 auf den Punkt. Aber, und das kam auch in dieser Viertelerkundung zu Tage, in der Benachteiligung steckt Potential. Das hybride Nebeneinander in der Nebelzone rund um den Club ist das beste Beispiel dafür. Oder „Triester“, ein Projekt mit dem Martin Behr und Martin Osterider seit fast zwanzig Jahren diesen „unsensationellen Lebensraum“ fotografisch dokumentieren. Bereits fünfzehn Bände umfasst diese, bei Camera Austria erschienene visuelle Langzeitreise, viele Motive daraus sind mittlerweile Kult.

Der Kampf um Grünflächen, die enorme Emissionsbelastung durch Verkehr und Schwerindustrie, die sozio-ökonomische Schlechterstellung des Bezirks – das sind die politischen Themen in Gries heute wie damals. Bezirksvorsteherin Nina-Marie Wolf (SPÖ) und ihr Vorgänger Tristan Ammerer (Grüne), kämpfen an mitunter harten Fronten um mehr Lebensqualität für Gries und seine Bevölkerung, und sei es nur eine Fußballwiese. Vielleicht kann auch der Club Hybrid hier künftig ein Angebot sein.

Einladung

Dienstag, 9. Februar 2021, 20:00
Club-Abend #13, online

Zu Gast: Tristan Ammerer, Martin Behr, Martin Osterider und Nina-Marie Wolf

Der Club Hybrid verlegt seine Schienen durch die Nebelzone und setzt die Viertelerkundung fort. Gäste des Club-Abend #13 sind die in der Triestersiedlung aufgewachsenen Künstler Martin Behr und Martin Osterider. Außerdem dabei, die frisch gewählte Bezirksvorsteherin von Gries, Nina-Marie Wolf. Was sind die künstlerischen Motive, aber auch die realpolitischen Themen, die diesen Grazer Stadtteil bewegen? Und wie werden diese in den Club Hybrid einfließen?

Schaumstunden – Rückblick auf den Club-Abend #12

© Franz Konrad / Schaumbad, Freies Atelierhaus Graz
Franz Konrad, Ghost exhibition

Mit dem Schaumbad ist ein seit Jahren hochaktiver Produktionsort in der Puchstraße angesiedelt. Das Freie Atelierhaus Graz begann als selbstverwalteter Off-Space und ist heute eine professionalisierte Kunstinstitution und Arbeitsort für rund 50 Kunstschaffende und Kreativbetriebe. Seinen Ausstellungsraum hat das Schaumbad längst erweitert, es greift aus in die Nebelzone und wird zum künstlerisch-sozialen Akteur in seinem „Triesterviertel“.

Eva Ursprung und Franz Konrad gaben im Club-Abend #12 Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten und die externen wie internen Herausforderungen dieses hybriden Aktivitätspools, dessen Transformation noch lange nicht abgeschlossen ist: Gerade wurde das Schaumbad organisatorisch neu aufgestellt mit einer eigenen künstlerischen Leitung. Außerdem steht eine architektonische und städtebauliche Neugestaltung des Areals durch WINWINoffice bevor. Das Siegerprojekt des „Europan 15“ Wettbewerbs wird Thema eines eigenen Club-Abends sein.

Einladung

Termin: Dienstag, 26. Jänner 2021, 20:00
Das Schaumbad zu Gast im Club Hybrid.

Der Club Hybrid ist neu in der Grazer Nebelzone, das Schaumbad, schon seit 2008 ein aktiver Produktionsort in der Nachbarschaft. Franz Konrad und Eva Ursprung sind zwei Protagonist*innen des freien Atelierhaus Graz. Sie sprechen über die transformierte Fabrik, das Vereinsleben und urbane Befindlichkeiten. Wie ist es, dort zu sein und welche Pläne hat das Schaumbad für die Zukunft? Was kann der Club Hybrid davon lernen?

Rückblick Club-Abend #11: 

Jomo Ruderer sprach über seine Diplomarbeit „Konkrete Utopie im Gemeindebau, Lendplatz 23 – Ein Haus für Studenten.“ Es ist als selbstorganisierter Gemeindebau für Studierende ein außergewöhnliches Beispiel für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in öffentlicher Hand. Aktuell wohnen 2 Personen dort, wie geht es weiter? 

Einladung zum ersten Club-Abend 2021

Dienstag, 12. Jänner 2021, 20:30
Club-Abend #11, online


Der Club Hybrid startet ins neue Jahr! Denn: Es wird konkret.

Wir wollen uns mit euch austauschen und wieder herausfinden, wie Ihr zur möglichen Gründung von Verein und Genossenschaft steht. Wer interessiert sich dafür und wofür? Was soll der Club für Euch sein? 

Wir berichten über den aktuellen Status quo. Euer Engagement bei Netzwerktreffen und entsprechenden Aktionen steht weiterhin im Zentrum des Club-Hybrid-Lebens, das wir auch auf digitale Füße stellen wollen.

Über die Frage „wie kann im Vorfeld ein digitaler Club aussehen?“ haben wir am 16.12.2020 mit rund 17 Teilnehmer_innen gesprochen. Ein Ergebnis ist der digitale Club-Abend, den wir ab kommenden Dienstag 12.01.2021 in regelmäßigen Abständen abhalten.

„Ein Raum der keine Zäune hat“*, ein besonderer Ort in Graz um zu produzieren, zu arbeiten, aber auch um leben und lagern zu können. Ein Netzwerk an Praktiker_innen und Theoretiker_innen, mit einer gemeinsamen Anlaufstelle im Club – das können wir uns alle gut vorstellen. (*studio magic)

Ein Ort um Eure Projekte zu zeigen und die Projekte des Kulturjahres 2020 Revue passieren zu lassen. Ein Rahmen zum Austausch und Wissenstransfer – genau das wollen wir schon vor Baubeginn sein.

Empfehlungen und Beispiele vom letzten Clubabend:
Terrassen für mehr Miteinander – 
Besuch im Atelierhaus im Berliner Wedding
Cambium – Leben in Gemeinschaft –
Solidarisch wirtschaften in Fehring
Konkrete Utopie im Gemeindebau – 
(von Jomo Ruderer)
Lendplatz 23 – Ein Haus für Studenten

Schaut vorbei, wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

Beste Grüße,
Das Club Hybrid-Team

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… das Treffen findet bei jedem Wetter statt … 😉
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Wiedersehen: Onlinetreffen

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 20:30, online


Der Club Hybrid hat lange Zeit nichts von sich hören lassen. Alles ist, corona-bedingt, um ein Jahr verschoben. Am 25. Juni 2020 war Grundsteinlegung in der Herrgottwiesgasse 155/157 im Grazer Stadtteil Gries/Puntigam. Programmkonzept, Raumkonzept und Ideen, an denen angedockt werden kann, wurden vorgestellt. Trotz Regen war es ein Vergnügen!  Ein Video inkl. Dronenflug über das Grundstück gibt es hier. Wir wollen uns mit euch austauschen und wieder herausfinden, wie es mit der möglichen Gründung von Verein und Genossenschaft aussieht. Wer interessiert sich dafür? Der Club berichtet über den aktuellen Status quo. Euer Engagement bei Netzwerktreffen und entsprechenden Aktionen steht weiterhin im Zentrum des Club-Hybrid-Lebens, das wir auch auf digitale Füße stellen wollen. Wie könnte der digitale Club aussehen? Der Club wächst: Claudia Gerhäusser und Michael Sladek sind neu beim Club Hybrid Team und stellen sich vor. Wir freuen uns auf die zahlreiche Teilnahme.  Beste Grüße,  Das Club Hybrid Team

Urbane Nebelzone

Im Grazer Süden, der “Nebelzone” der Stadt, spielen Infrastrukturthemen eine zentrale Rolle, Ver- und Entsorgungseinrichtungen wie Schrottplatz, Mühlgang und Zentralfriedhof sind in unmittelbarer Nähe, gleichzeitig ist das Gebiet bestens an den öffentlichen Verkehr durch die Straßenbahnlinie 5 angeschlossen. Wohnen, Arbeiten, Lernen, Sporteln, Beten und Basteln schließen hier einander nicht aus.


Hier konstruiert der Club Hybrid einen Demonstrativbau mit Werkstätten, Ausstellungsflächen, Werkskantine und Beherbergungsmöglichkeit. Vor Ort wird täglich mit öffentlichen Bedürfnissen und städtischen Notwendigkeiten gearbeitet. Im Labor entstehen Tests und Modelle zu den Fragen der Arbeit bzw. dem Leben in der Stadt und zur Stadtplanung.

Die ehemalige Gärtnerei in der Herrgottwiesgasse 157 liegt im Bezirk Gries, der Baustoffhandel auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich bereits im Bezirk Puntigam. Der Nachbar im Westen ist das Islamische Kulturzentrum Graz. Dieser “unbeachtete Flecken” des Grazer Stadtraums, ein dezentrales, heterogenes Mischgebiet ist der passende Ort, um an urbanen Notwendigkeiten und Möglichkeiten zu arbeiten.

Wenn eine Stadt für Überraschungen gut ist, dann ist sie urban.
Wolfgang Kiel

Spaziergang


Bei schönstem Sonnenschein machte sich das Team des Club Hybrids auf den Weg seine Nachbarschaft zu erkunden. Startpunkt war das Grundstück des Club Hybrids in der Herrgottwiesgasse 155/157. Von dort ging es vorbei an den direkten Nachbarn dem Baustoffhandel Zengerer, dem Autoteilhändler Derendinger und dem Islamischen Kulturzentrum Graz. Weiter durch eine Ansammlung von Industrie-, Büro- und Lagergebäuden zum Mühlbachufer, dass sich hinter dem Grün verlassener Schrebergarten versteckt, eröffnete sich der Blick auf die Türme des Kraftwerks der Energie Steiermark AG. Entlang der geruchsintensiven, sowie lautstarken Puchstraße reihen sich die verschiedensten Gebäudetypologien ­­− vom neuem Supermarkt bis zum altem Gasthaus, vom Wohnblock bis zum Einfamilienhaus, vom Bürokomplex bis zum Museum und von Lagerplätzen bis zum umgenutzten Kioskhäuschen. Am neuen Innovationspark zwischen Baustelle der Holding Graz und Farbenfachgeschäft trafen wir auf einen Zirkus mit Vergnügungspark und die Gleise der alten Schleppbahn, die nach unserer Recherche immer noch in Betrieb der Holding Graz ist. Bei kurzer Verschnaufpause im Cafe Black Box mit schönem Blick auf das neue Murufer und die Seifenfabrik wehte immer wieder eine neue Duftprise des Abfall- und Recyclinghofs der Holding Graz hinüber. Erholt und gestärkt spazieren wir weiter durch den Süden der Herrgottwiesgasse vorbei an Gartenzäunen, Kuriositäten und Poollandschaften. Leider machte am späten Nachmittag das Grazer Wetter uns einen Strich durch die Rechnung und weitere Erkundungen impraktikabel.

Rückblick: Öffentliche Begehung am 25. Juni 2020

Auch wenn es vorab nicht oder nur wenig regnete, Punkt 18:00 spielte das Bläserquartett der Graz Linien auf und die Regentropfen fielen vom Himmel. Die folgenden 90 Minuten waren ein mehr oder weniger feucht fröhliches Ereignis mit etwas Abstand unter mehreren Regen- bzw. Sonnenschirmen, die von den hilfsbereiten Nachbarn zur Verfügung gestellt wurden. Also hat fast alles gepasst. Johannes Leitich zeichnete am Vortag erfolgreich das Abstandskonzept von Beatrice Bucher und den Umriss des Club Hybrid auf die Wiese. Zehn Ernteleitern wurden so positioniert, dass das Areal gut überschaubar war. Der Club Hybrid Schriftzug wurde zentral positioniert. Ein ambitioniertes Setting, inklusive Setzung eines „Club Hybrid 2020“ Grundsteins. 


Heidi Pretterhofer und Michael Rieper begrüßten die Gäste, FreundInnen und Mitwirkenden zur öffentlichen Begehung im Regen und erzählten über die ehrgeizigen Ziele und programmatischen Schwerpunkte des Clubs. Stadtrat Günter Riegler berichtete, auf einer Ernteleiter stehend, spontan über die Potentiale der verschiedensten Projekte im Rahmen von Kulturstadt Graz 2020. Auch Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Graz Holding, nahm an der gemeinsamen Besichtigung teil. Als der Regen weniger wurde stieg Milan Mijalkovic auf eine Ernteleiter und rezitierte „Kultur war Propaganda„.
Damit die Veranstaltung nicht in Vergessenheit gerät, überflog Ralo Mayer den Umriss des Club Hybrid und das Liniennetz vor, während und nach dem Regen. Eine weitere öffentliche Begehung ohne Regen wird im Sommer, inklusive Ernteleitern und Freunden, nachgeholt.

Vielen Dank an alle UnterstützerInnen, Mitwirkende und BesucherInnen, die den Niederschlägen getrotzt haben.


Paradigma »Hybrid« – eine Collage

RUDOLF KOHOUTEK

„Versetzen, Einfügen, Einwachsen – das sind die Umschreibungen der Aufpfropfung als einer Agrartechnik, mit der seit der Antike im Obst- und Weinbau Pflanzen veredelt werden. Dabei ist die Aufpfropfung nicht nur ein Verfahren, um (…) Pflanzen zu hybridisieren und damit eine quantitative und qualitative Steigerung der Erträge zu erreichen, sondern das Pfropfen hatte auch immer schon einen spielerischen, einen experimentellen Charakter – und tritt somit als eine Form biologischer bricolage in Erscheinung.“ [1]

„Zugleich bringt die Kulturtechnik des Pfropfens einen Begriff der Schnittstelle ins Spiel, der ein weites Feld kulturwissenschaftlicher und medientechnischer Implikationen eröffnet. Die Schnittstelle steht (…) für die Notwendigkeit, ein ‚Dazwischen‘ (Debray) zu organisieren.“ [2]

„Dieses Dazwischen, so Debray, ähnelt dem, was Bruno Latour ,Hybride‘ nennt, also Mediationen, die sowohl technischer als auch sozialer und kultureller Natur sind. Um mit derartigen Kreuzungen und Vermischungen umzugehen, sind wir sehr schlecht ausgestattet. Mit anderen Worten, es besteht Nachholbedarf: Gefragt ist eine Typologie von Hybridisierungsformen im Spannungsfeld von Vermischung und Vermittlung.“ [3]


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Einladung zur öffentlichen Begehung

Donnerstag 25. Juni 2020, 18:00, Herrgottwiesgasse 155/157, 8020 Graz, Straßenbahnlinie 5, Haltestelle Lauzilgasse

Auch wenn jetzt schon alles fertig sein sollte und die Zukunft uns etwas unbeschreiblich erscheint, wir verweisen auf den Demonstrativbau, der in einem Jahr sichtbar wird und seine Zukunftsszenarien. Dabei helfen Ernteleitern, um die Ausmaße zu bestimmen bzw. den Überblick zu wahren. Gemeinsam erkunden wir das Areal in der Herrgottwiesgasse 155/157 und besprechen die Konzepte der zukünftigen Nutzungen. Die Platzmarkierungen veranschaulichen die Grenzen und verweisen auf den notwendigen persönlichen Sicherheitsabstand von zumindest zwei Metern. 

Wir spielen die Eröffnung, die 2020 nicht stattfindet.

Wir spielen distanzierte Kollektivität.

Wir spielen nicht zu Hause zu sein.

Wir spielen Öffentlichkeit.

Wir spielen mit Milan Mijalkovic und dem Bläserensemble der Graz Linien.

Etüden zur Hybridisierung

»hybrid« ist ein hübsches Wort: fängt unten an, »hy« und steigt schnell hinauf: »id«. Zarte Konsonanten. Symmetrie hyb-rid. Aber man soll sich nicht von Buchstaben verführen lassen, wie der Virus so eindrucksvoll zeigt.

Kuhglocken mit Saxofon, Kirchenglocken mit Drum&Bass, Türglocken mit Klavierbegleitung. Polonaise. Stahlhelme und Pyjamas für den Opernball. Abgesagt.

Computer mit Blütenblättern. Drucker mit Käsewürfeln. Bücher mit Schraubenziehern. Tisch mit leeren Schachteln. Hybride Situationen inszenieren und probieren.

Wir füllen eine Waschmaschine mit verschiedenfarbigen Kleidern, Plastikspielzeug, Lebensmitteln, Waschpulver und starten einen Schongang.


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Ein hybrider Blick zurück

Hätten wir diesen Club Hybrid schon früher gemacht, welche Hybride wären vielleicht entstanden:

1950: Autowerkstätte und Tanzschule

1960: Friseursalon und Musikschule

1970: Schlüsseldienst und Film-Club

1980: Second-Hand-Shop und Spielautomatenhalle

1990: Feministischer Lesekreis und Body-Building-Studio / Fitness Studio

2000: Handy-Shop und Anarcho-Gruppe

2010: Kindergruppe und Schauspielschule

2020: Werks-Kantine für umliegende Betriebe und Musik-Proberaum

2021: Vegan-Konditorei und Schädlingsbekämpfung (Auto zum Abgewöhnen, Viren-Schutz, Suchtberatung für Aktieneigentümer / Börsenspieler)

2022: Arbeitslosen-Qualifikation und Hybrid-Idylle strahlenfrei

Verschiebung, Frühjahr 2021

nach langer Überlegung und nach Rücksprache mit allen Verantwortlichen haben wir uns aufgrund der derzeitigen Lage dazu entschlossen, das Experiment Club Hybrid auf das Frühjahr 2021 zu verschieben.

Das ist einerseits natürlich schade, bringt aber anderseits auch die Möglichkeit, noch zielgerichteter auf die Anforderungen hinzuarbeiten, die ein derartiges Projekt mit sich bringt. Daher gilt, insbesondere für alle Interessierten und möglichen AkteurInnen: Bleibt mit uns in Kontakt, tauscht euch weiterhin untereinander aus und helft uns, gemeinsam die Grundlagen zu schaffen, um den Club Hybrid 2021 erfolgreich zu starten.
Sobald es neue Infos, Termine oder Treffen gibt, geben wir umgehend Bescheid.

Danke für euer Verständnis,
bleibt gesund und liebe Grüße, 
euer Club Hybrid

Absage

Aufgrund der derzeitigen Bestimmungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus muss die heutige Infoveranstaltung leider abgesagt werden. Danke für das Verständnis.

Die geplante Filmvorführung von „Der Stoff, aus dem Träume sind“, am 18.03., 16:00, im KIZ RoyalKino, findet unter Vorbehalt der geltenden Richtlinien von maximal 100 Besucher*innen statt. Das Club-Hybrid-Team wird auch vor Ort sein, und eventuelle Fragen beantworten können.

Programm, Plattform, Verein

Beim vergangenen Infoabend wurde nochmals das Sommerprogramm, die verschiedenen Bespielungsformate und der Wochenplan vorgestellt. Empfehlungen und Ideen zu den einzelnen Formaten sind willkommen und werden vom Club-Hybrid-Team gesammelt –> Vorschläge bitte an club@clubhybrid.at schicken. 

Um den Austausch über Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der Gruppe zu intensivieren wird nach einer digitalen Plattform gesucht, die den Anforderungen gerecht wird. Beispiele dafür sind etwa Matrix/Riot oder Basecamp.

Weiters stellt der zu gründende Verein eine Möglichkeit zur kontinuierlichen Weiterführung des Club Hybrids auch nach 2020 dar. Dazu werden AkteurInnen gesucht, die formale Ämter wie Obmensch, Schriftführung und Finanzen übernehmen. Vorschläge und Interessierte werden ebenfalls vom Team entgegengenommen. 

Weitere Termine:
Ein erster Lokalaugenschein am Grundstück findet am 06.03.2020, um 12:00, Herrgottwiesgasse 157, 8020 Graz statt. 
Ein nächstes Treffen ist für den 11.03., 18:00, vorgemerkt, Ort wird noch bekannt gegeben

Neuntes Infotreffen: Programm

Rückschau achtes Infotreffen 18.02.2020, 18:00, Forum Stadtpark

Um auch den Interessierten, die nicht anwesend sein konnten, einen Überblick der besprochenen Punkte zu bieten, folgt an dieser Stelle zukünftig eine Zusammenfassung der vorangegangen Infoabende:

Zu Beginn des letzten Treffens hat Michael Rieper die Eckdaten zu Ablauf und Programm des Clubs Hybrid  vorgestellt. Der Club Hybrid wird von 25. Juni 2020 bis 13. September 2020 seinen Betrieb in der Herrgottwiesgasse 157 aufnehmen. Das Programm orientiert sich an einem wöchentlichen Schema, das sich aus Workshops, Vorträgen, Diskussionen, Residencies, Gruppentreffen, etc. zusammensetzt. Inhaltlich werden dabei die folgenden, sechs großen Themenfelder aufgegriffen: 

It´s already there! 
Ahnung + Planung 
Meins – Deins 
Wildes Kombinieren 
Welt + Modell 
Mit den Dingen spielen


Vorschläge für die „Nachhilfe“ (Vorträge, Diskurse) sowie für den „Clubabend“ (AK Interessenten) werden seitens des Teams entgegen genommen. Zusätzlich soll eine Plattform, digital (Chat) und in physischer Form (Anschlagtafel) etabliert werden, um es verschiedenen Gruppen zu ermöglichen, sich untereinander auszutauschen, nach neuen MitstreiterInnen oder Grundstücken / ­Gebäuden als gemeinsamer Wohn- oder Arbeitsraum zu suchen. Abschließend wurden auch die neuformulierten Statuten des zu gründenden Vereins besprochen. Die geplanten Änderungen werden noch vor dem nächsten Termin per Newsletter ausgeschickt.

Nächste Infoveranstaltung:
Das nächste Treffen findet am Donnerstag 27.02.2020, um 18:00 im Kulturverein oag, Lendplatz 33, 8020 Graz statt.

Achtes Infotreffen: Ausblick

Beim letzten Treffen hatten wir Besuch von zwei Bewohnern des Hausprojekts Willy*Fred in Linz. Florian und Micha beschrieben uns den Werdegang von Willy*Fred und wie das Projekt strukturell und finanziell organisiert wurde. Ebenfalls vorgestellt wurde die Dachorganisation HabiTAT und deren Unterstützungformen von Projekten und Gruppen.

Der kommende Infoabend widmet sich wieder unserem Verein, inklusive Vorschlag der Statuten und möglichen Zukunftsszenarien. Zusätzlich wird ein Überblick über das Programm des Club Hybrids im Sommer gegeben.

Achter Infoabend: Dienstag 18.02.2020, 18:00, Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz


Sechstes Infotreffen: Strukturen & Verein

Beim letzten Treffen wurde in Kleingruppen über Anforderungen und Bedürfnisse im Kontext von Arbeiten und Wohnen gesprochen.
Im gemeinsamen Brainstorming wurde dabei schnell die Notwendigkeit einer Struktur für ein derartiges, gemeinsames Vorhaben deutlich.

Das heißt, wir aktivieren oder gründen einen Verein!

Beim nächsten Treffen sollen die folgende Möglichkeiten besprochen werden: Vereinsgründung, Übernahme bestehender Strukturen oder Beitritt zu einer Vereinigung, wie etwa Habitat oder Kumpanei. Wir sind gespannt!

Donnerstag, 30.1.2020 um 17 Uhr im Printi, Mariahilferstr. 30, Paterre links, 8020 Graz.

Fünftes Infotreffen

Ein weiterer Infoabend findet am 23. Jänner, von 17 Uhr bis 18:45 Uhr im Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz statt.

Ziel des Abends ist es, unsere Bedürfnisse und Anforderungen eines zukünftigen Raums zu definieren. In Arbeitsgruppen sollen explizit Raumtypen, Raumbedarf und Bedürfnisse ausgelotet werden, um diese später an konkreten Projektideen festzumachen.


Viertes Infotreffen

Ein weiteres Infotreffen findet am 13. Jänner 2020, 18:00, im Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz, statt.

Dritter Infoabend

Auch beim zweiten Diskussionsabend wurde intensiv diskutiert und weitere, potentielle Standorte besprochen. Zudem konnten autonome Initiativen und Projekte vorgestellt und mögliche Organisationsformen der zukünftigen BewohnerInnen ausgelotet werden. Vielen Dank an alle Beteiligten!

Das nächste Treffen findet am 19.12., um 16 Uhr, im Café Wolf, Annenstraße 18, 8020 Graz, statt.


Leben im Club?

Zweite Infoveranstaltung 10.12.2019, 18:00, Forum Stadtpark
Um etwaige Fragen zu klären, mögliche Standorte zu finden und weitere Kontakte zu knüpfen, findet am 10. Dezember im Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz, ein zweites Netzwerktreffen statt.

Erster Interessens­austausch

Dass die Vorstellungen, Visionen und Träume des idealen Lebensraums mitunter kontrovers sein können, ist eine der Prämissen des Club Hybrids. Umso erfreulicher war das große Interesse und die Bereitschaft, sich intensiv auszutauschen – erste Rahmenbedingungen konnten umrissen, ideologisches und generationsbedingtes Konfliktpotenzial ausgelotet und erste Kooperationen konnten angebahnt werden. Vielen Dank an alle Interessierten! Ein weiteres Treffen findet am 10.12. statt, Infos dazu folgen in Kürze. 


Leben im Club?

BewohnerInnen gesucht

Aus dem Experimentieren mit Wohn-, Arbeits- und Lebensformen entsteht ein hybrides Stadtobjekt, das unter Einbindung der künftigen BenutzerInnen entwickelt wird. Dazu suchen wir InteressenInnen und AkteurInnen, die sich vorstellen können, am „Club Hybrid“ mitzudenken und mitzugestalten, um schließlich den Demonstrativbau mit Leben zu füllen und ihren Wohn- und Arbeitsort in den „Club“ zu verlegen. 

Infoveranstaltung 13.11.2019, 19:00, Forum Stadtpark

Eine erste Präsentation sowie ein Netzwerktreffen für alle InteressentInnen findet am 13. November im Forum Stadtpark, Stadtpark 1, 8010 Graz, statt.

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